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Veranstaltungsarchiv

Jugendliche verhandeln Geschichte: 100 Jahre Republik – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Ein Projekt des Frauenmuseum Hittisau und der Neuen Mittelschule Alberschwende
21. Oktober bis 4. November 2018 | Foyer des Frauenmuseums

 frauenwahlrechtsplakat_1    wahlrechtsplakat_2

Warum hingen in Alberschwende plötzlich überall Frauenwahlrechtsplakate?
Machte es einen Unterschied, ob sie beim Eingang zur Praxis der Frauenärztin oder an der Bushaltestelle zu sehen waren? Oder auf einem Auto?
Und woher kam das ganze Bildmaterial?


Das Frauenmuseum Hittisau wurde im Frühjahr 2018 von KULTURkontakt Austria eingeladen, gemeinsam mit der Neuen Mittelschule Alberschwende ein Recherche- und Kunstprojekt zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Rahmen des Programms „Geschichte gemeinsam verhandeln. Jugendliche befragen 100 Jahre Republik Österreich“ zu realisieren. Zwei Kulturvermittlerinnen des Frauenmuseums haben daraufhin ein Projekt entwickelt. Andrea Schwarzmann stammt aus Alberschwende und hat Kommunikationswissenschaften sowie Gender Studies studiert. Ronja Svaneborg ist ein Wahl-Sibratsgfällerin; sie stammt aus Dänemark, ist Künstlerin und Fotografin. Seitens der Schule engagierte sich v.a. Petra Raid, Lehrerin an der NMS Alberschwende und selbst Kulturvermittlerin im Frauenmuseum, für das Projekt.

Wir alle wissen um die Macht von Bildern. Katastrophen werden zum Beispiel durch Bilder erst greifbar. Gleichzeitig können Bilder sehr schnell abstumpfen. Bilder haben in der Geschichte auf jeden Fall immer eine wichtige Rolle gespielt, um Ideen zu untermalen und zu verbreiten. Andrea und Ronja haben gemeinsam mit einer Gruppe von Schüler_innen das 100-jährige Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts in Österreich zum Anlass genommen, sich mit der Wirkung von Bildern in Zusammenhang mit Informationen auseinanderzusetzen.

Wie lange der Weg zum Frauenwahlrecht war, ist nur wenigen Jugendlichen bewusst. Wählen zu dürfen scheint den meisten ein selbstverständliches Recht. In Österreich dürfen Frauen aber erst seit 100 Jahren an die Urnen, in Frankreich – dem Land der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit  – seit 70 Jahren. Und unsere Nachbarländer wären Schlusslichter: die Schweiz führte das Frauenstimmrecht 1971 ein, Liechtenstein erst 1984. Und der Frauenanteil in politischen Gremien wächst auch heute in Österreich und vielen anderen Ländern sehr langsam. Daher war es wichtig, Informationen zu sammeln, Quellen sorgfältig auszuwählen, sie zu analysieren und zu bearbeiten, um deren Vor- und Nachteile kennenzulernen. Ziel war es, die Jugendlichen auf dem Weg zu einem bewussteren Umgang mit Medien zu begleiten, ihnen zur Aneignung von Medienkompetenzen zu verhelfen und ihnen dadruch ins Bewusstsein zu bringen, dass die Welt durch politisches Engagement beeinflusst werden kann.
In einem praktischen Teil sind Plakate entstanden, die auf die in der Kunstgeschichte oft verwendete Technik der Collage aufbauen. Diese wurden für kurze Zeit in Alberschwende gezeigt. Die Plakate wurden in einer kurzen Pop-up-Ausstellung unmittelbar vor der Eintragungswoche zum Frauenvolksbegehren im Foyer des Frauenmuseums präsentiert.

Von Sonntag, 21. Oktober bis Sonntag, 4. November 2018 sind die Plakate im Foyer des Frauenmuseums zu sehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!